Hilfe in Sicht

Pflegende Angehörige sind eine zentrale Säule der Pflege. Sie stehen zum Beispiel durch zusätzliche Berufstätigkeit unter hohem Druck. Im Marktreifeprojekt "HiS - Hilfe in Sicht" entsteht ein 12-monatiges Versorgungsprogramm für pflegende Angehörige, vermittelt über Hausärzte. Es erleichtert die Organisation der Betreuung, prüft bestehende Strukturen und integriert Entlastungsangebote in einen individuellen Plan. Elemente sind unter anderem Methoden zur Erfassung und Analyse des Pflegearrangements sowie digitale Tools für Netzwerkreflexion und -koordination. Die systematische Begleitung und digitale Unterstützung sollen langfristig psychische und physische Belastungen reduzieren.

Förderzeitraum: 01.10.2025 – 30.09.2027

Projektpartner:

  • GESUNDES KINZIGTAL GmbH (Koordinator)
  • Bayerisches Forschungszentrum Pflege Digital
  • Fraunhofer Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation

Fördergeber:

Kurzbeschreibung

Welches Thema hat das Projekt? Und warum ist das Projekt wichtig?

Familie ist oft eine der wichtigsten Stützen bei Krankheit und Pflege, doch durch Erwerbstätigkeit und räumliche Distanz sinkt das Potenzial für rein familiäre Versorgung. Es entstehen komplexe Sorgearrangements mit Angehörigen, Nachbarschaft und professionellen Kräften. Pflegende Angehörige haben Schwierigkeiten, stabile Netzwerke aufzubauen; Rollen sind unklar, Erwartungen unausgesprochen. Erfolgreiche Koordination entlastet und verbessert die Versorgung, doch passende Instrumente fehlen.

Die Belastung ist hoch: Rund 50 % der Hauptpflegepersonen leiden unter psychischen Störungen, fast 75 % unter körperlichen Beschwerden. Entlastungsangebote werden wegen Unkenntnis oder fehlender Passgenauigkeit kaum genutzt. Personalmangel verschärft die Lage. Netzwerke werden wichtiger, stehen aber kaum im Fokus von Beratung. Es fehlen klare Leitlinien und einfache Techniken zur systematischen Analyse und Gestaltung von Netzwerken.

Welche Ziele hat das Projekt? 

Hier setzt das Projekt an. Die Pionierlösung „Hilfe in Sicht“ (HiS) ist ein Versorgungsprogramm, das pflegende Angehörige begleitet und befähigt, ihr Sorgearrangement strukturiert aufzubauen, Zusammenarbeit zu gestalten und Überlastungen vorzubeugen. Entlang der individuellen „Pflegendenreise“ – Einstieg, Beständigkeit, Veränderungen – bietet HiS gezielte Unterstützung für typische Herausforderungen wie Netzwerkaufbau, Aufgabenkoordination und Anpassung bei Veränderungen.

Das Programm nutzt analoge und digitale Methoden zur Erfassung und Analyse des Pflegearrangements. 

Wo findet das Projekt statt? 

Das Projekt wird im Kinzigtal durchgeführt. Das ist eine Region im Schwarzwald. Diese Region ist bekannt für die integrierte Pflege- und Gesundheitsversorgung dort. Viele Vereine und Organisationen, die dafür wichtig sind, arbeiten schon in einem Netzwerk eng zusammen. HiS ist in die Versorgungsstrukturen der Gesundes Kinzigtal GmbH eingebettet, mit Zugang über Hausärzte und Gesundheitslotsen. 

Wie kann ich an dem Projekt teilnehmen? 

Die Einsteuerung erfolgt über Ihren Hausarzt. Sprechen Sie diesen oder uns direkt an.

 

Ihre Ansprechpartnerin in der Abteilung Forschung und Entwicklung

Dr. Madeleine Renyi

Forschung und Entwicklung
Digitalprojekte

07831 966 670
m.renyi@gesundes-kinzigtal.de